Wenn Onliner offline werben

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Bei dem heutigen Angebot von Streaming- und Onlinediensten, kann man denken, Print sei nicht mehr relevant.
Geht man doch durch die Stadt, findet man schnell große Werbeplakate von Facebook, Google, Netflix und Youtube, um nur einige Vertreter der Plakate zu nennen. Vor allem die Big Player im Online-Bereich werben über Print. Ist das nicht widersprüchlich? Sollen sie doch dort am besten werben, wo sie Zuhause sind – nämlich im Online-Bereich.
Dabei gibt es einen Grund, warum auch der Print-Kanal beschallt wird. Vorab sei gesagt, dass die genannten Unternehmen auch online werben. Der Werbemix zeigt aber, dass ein hoher Anteil bei den klassischen Medien liegt.

Um zu verstehen, weshalb die unterschiedlichen Kanäle genutzt werden, muss man auf die jeweiligen Stärken und Schwächen der einzelnen Kanäle schauen.
Ein entscheidender Nachteil der Bannerwerbung ist folgender: Gerade mal 4 von 1000 Menschen klicken auf ein Banner. Zwei davon beabsichtigt, die anderen beiden versehentlich. Die übrig gebliebenen Menschen nehmen die Anzeige gar nicht wahr.
Anders ist das bei Plakaten. Große Plakate werden auch beim Vorbeigehen oder beim Vorbeifahren betrachtet. Unweigerlich wird die Werbebotschaft aufgenommen. Dabei muss das Plakat selbstverständlich sehr gut gestaltet sein, denn die Zeit der Wahrnehmung beläuft sich im Schnitt gerade mal auf zwei Sekunden.

Ein essenzieller Faktor für Marken in der heutigen Gesellschaft ist es, dass sie das Vertrauen der Zielgruppe haben. Die Gesellschaft soll möglichst eng an einer Marke gebunden sein. Beispiel Facebook: Mit den gehäuften Skandalen über Datenschutz der letzten Jahre, versuchen sie das verloren gegangene Vertrauen über Printanzeigen erneut aufzubauen.
Nun zeigt eine Umfrage von Best4Planning, dass 76% der Befragten, Printmedien als vertrauenswürdig halten. Also der beste Ort, um Vertrauen zu gewinnen.

Wird daraus resultierend nicht die Reichweite von Onlinediensten deutlich überschätzt? In den letzten Jahren wurde die Reichweite und die Wirkung dieser groß geredet und das meistens ungeprüft.
Youtube stellt immer zum Jahresende die 10 erfolgreichsten Werbespots vor. Schaut man auf die Views dieser Spots, wurden sie in einem Jahr durchschnittlich 10 Millionen Mal geklickt. Eine hohe Zahl sagen Sie?
Zum Vergleich: Ein Werbespot, welcher prominent platziert ist, erreicht annähernd solche Views. Wohlgemerkt bei einer einzelnen Ausstrahlung und nicht innerhalb einen Jahres.

Der Werbekanal Online bietet natürlich auch seine Vorteile. Man kann und sollte auch nicht, die beiden Kanäle gegeneinander ausspielen. Der richtige Werbemix macht den Erfolg aus. Die Big Player haben gut erkannt, dass auch auf die klassischen Mittel zurückgegriffen werden muss, um das ein oder andere Ziel zu erreichen. Ist das Interesse erst einmal durch klassische Kampagnen geweckt, kann der Online-Bereich optimal zum gewünschten Produkt führen.

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