Arbeitsplatz der Zukunft

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Die zunehmende Digitalisierung der Welt, die immer größer werdende Masse an Daten und die weltweite Vernetzung der Menschen werden unseren Arbeitsplatz, wie wir ihn heute kennen, drastisch verändern.

Auch ist die Nachfrage nach guten Fachkräften hoch wie noch nie – Firmen locken hier mit dem perfekten Arbeitsplatz. Doch wie wird dieser aussehen?

Work-Life-Balance

Ein wichtiges Thema, welches Arbeitnehmer und Arbeitgeber zugleich beschäftigt, ist die sogenannte Work-Life-Balance. Dabei handelt es sich um das Streben des Einklangs zwischen Arbeits- und Privatleben. Ein gestörtes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben kann schwere Folgen, wie einen Burn-out oder einer Depression haben.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat hierzu 2016 eine Studie veröffentlicht (https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/F2353-3f.html) und kam zu dem Ergebnis, dass schlechtere Arbeitsbedingungen mit einem stärkeren Konflikt zwischen Arbeit und Privatleben zusammenhängen, was wiederum zu einer schlechteren psychischen Gesundheit führt.

Bessere Arbeitsbedingungen hingegen hängen mit einer stärkeren gegenseitigen Bereicherung von Arbeit und Privatleben zusammen, was wiederum zu einer besseren psychischen Gesundheit führt. Bessere Arbeitsbedingungen hängen außerdem mit einer höheren Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance zusammen, was ebenfalls zu einer besseren psychischen Gesundheit beiträgt.
Kleine Visualisierung, Quelle: Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt, baua: Bericht
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine ausgewogene Work-Life-Balance essenziell für das Wohlergehen der Arbeitnehmer ist und nicht vernachlässigt werden darf. Vor allem mit der fortschreitenden Vernetzung sind heutzutage die meisten Menschen ständig erreichbar, was für viele aber auch einen Einschnitt in ihr Privatleben bedeutet. Deshalb ist es wichtig, die Vorzüge der Digitalisierung zu genießen, aber gleichzeitig auch auf das Privatleben der Arbeitnehmer zu achten.

Freiheit der Arbeitnehmer

Der neue Arbeitnehmer sehnt sich nicht danach, sich den Bedürfnissen seines Arbeitgebers anzupassen, vielmehr geht es nun um einen Arbeitsplatz, welcher einem persönliche Freiheit und Flexibilität bietet. Erste Ansätze sind schon mit dem Konzept des Desk-Sharing auf dem Vormarsch.

Statt eines stationären Schreibtisches wird sich jeden Tag ein anderer Platz ausgesucht. Mit selbst mitgebrachten Laptops, welche man an bereits verfügbare Bildschirme via Dockingstation anschließt, kann man auch gleich mit dem Projekt fortfahren und sieht dabei jeden Tag andere Kollegen. Zugewiesene Arbeitsplätze bleiben wohl ein veraltetes Konstrukt.
Auch sollten Arbeiter in der Lage sein, betriebssystemunabhängig zu arbeiten.

Kreativität und Diversität im Fokus

Der Arbeitsplatz der Zukunft soll nicht nur Freiheiten bieten und gut aussehen, sondern auch die Kreativität anregen. Denn der Arbeitsplatz wird nicht mehr als Pflicht, sondern als Konsumgut wahrgenommen und sollte den Wünschen der Arbeitnehmer entsprechen.

Dafür ist ein breites Spektrum an Freizeit und Arbeitsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens nötig. Statt eines kleinen einzigen Pausenzimmers sollen spezielle Meeting-Räume, Einzelbüros, Pausen- und Telefonkabinen, oder auch Plätze zum Austauschen existieren. Kurz gesagt, ein Multizone-Konzept mit einer großen Diversität an Arbeits- und Freizeitmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens.

Home Office

Wem das nicht gefällt, kann sich dank der Digitalisierung auch für einen Arbeitsplatz ganz von zu Hause aus entscheiden. Beim Home Office arbeitet man selbstständig vom eigenen Büro zu Hause an einem Projekt, ohne physisch im Unternehmen präsent zu sein. Voraussetzung hierfür ist eine ausrechende Internetverbindung und passende Hardware.
Durch die weltweite Vernetzung ist multilokales Arbeiten längst zur Realität geworden und Berufliches lässt sich mit Privatem vereinbaren.
Über Hologramme oder Videochats bleibt man im Kontakt mit Kunden und Kollegen, ohne das Haus zu verlassen oder zum Unternehmen zu fahren.
Dennoch birg ein Home Office auch gewisse Risiken, denn ohne Disziplin wird man nicht produktiv von zu Hause aus arbeiten können. Dafür gibt es einfach viel zu viele Ablenkungen, wie das Smartphone oder den Fernseher.

Außerdem muss man damit klarkommen können, dass die Arbeit nun einen großen Einschnitt in das Privatleben macht. War es vorher noch ein getrennter Ort, wo man für einige Stunden seinen Job erledigt hat, bevor man nach Hause ging, ist es jetzt direkt im Nebenzimmer. Somit ist das „work“ nicht mehr vom „life“ getrennt und die eigene Work-Life-Balance wird vor eine große Herausforderung gestellt.

Kriterien der digitalen Arbeit

Wenn sich ein Unternehmen dazu entscheidet, den Fortschritt der Technik zu akzeptieren und umzusetzen, sind einige wichtige Dinge zu beachten. Der Arbeitsplatz der Zukunft wird digitaler und somit ist es von größter Wichtigkeit, die Mitarbeiter auf dem aktuellen Stand der Kenntnis zu halten.
Die Verwendung von Cloud-Computing-Technologie und regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter zu neuen Innovationen, wie Konferenztechnologien und Cloud-Leistungen sorgen für eine moderne und effiziente Arbeitsumgebung. Somit ist kollaboratives Arbeiten von verschiedenen Orten aus an Projekten möglich.
Um aber effizient kollaborativ zu arbeiten, müssen die Mitarbeiter effektiv, sowie methodisch darin geschult werden. Denn eine Softwarelösung ist nur so gut, wie es die Arbeiter nutzten.

Kriterien für gesteigerte Arbeitsmoral und Kreativität, zum Beispiel flexible Arbeitsorte und Räumlichkeiten, welche abteilungsübergreifenden Austausch ermöglichen, sollten ebenfalls unbedingt vorhanden sein.
Falls möglich, sollte eine vorhandene Cafeteria abwechslungsreiche und gesunde Nahrung anbieten, sowie eine wohlfühlsame Atmosphäre für die Mitarbeiter schaffen.

Für ein schnelles Arbeiten, sollten die Konferenz- und Präsentationstechnologien des Unternehmens schnell mit den Endgeräten der Mitarbeiten verbunden werden können.

Doch mit steigender Digitalisierung des Arbeitsplatzes, kommen immer größere Risiken auf die Unternehmen zu. Wie will man in etwa die Daten von 1000 Angestellten sicher und effizient verwalten? Durch die Vernetzung der Arbeitnehmer über das firmeneigene Intranet und die firmeneigenen Server entsteht eine sehr große Datenmenge, was ein attraktives Angriffsziel für Hacker darstellt.

Wer außerdem auf Cloud-Dienste setzt, muss immer damit rechnen, dass die Server durch einen Hackerangriff, zum Beispiel einen DDoS-Angriff (Distributed-Denial-Of-Service), ausfallen und das Unternehmen während dieser Zeit nicht produktiv arbeiten kann.

Auch das Speichern der Daten auf Servern stellt ein großes Risiko für Arbeitgeber und Arbeitnehmer dar. Sollte es zum Verlust dieser Daten kommen, können mitunter persönliche Daten der Mitarbeiter und wichtige interne Daten der Firma in die Hände von Kriminellen gelangen. Dies könnte erhebliche Ausmaße haben, vor allem bei größeren Unternehmen.

Dementsprechend nimmt das Thema „Cyber-Security“ eine immer bedeutendere Rolle in der Zukunft der digitalisierten Welt ein. Unternehmen müssen Möglichkeiten finden, effizient gegen digitale Bedrohungen vorzugehen und diese zu verhindern.

Digitalisierung und Technik – Eine Gefahr für Arbeitnehmer?

Auch in der Technik hat sich schon einiges getan und so werden in Zukunft viele Arbeitsplätze, vor allem in der Produktion, durch die Robotik ersetzt.
Maschinen arbeiten schneller und effizienter oder sind einfach viel kostengünstiger als eine menschliche Arbeitskraft mit individuellen Wünschen.
Reinigungskräfte können in Zukunft von Putzrobotern unterstützt werden, die ihnen bei der Arbeit helfen und Pflegeroboter können das Leben von pflegebedürftigen Personen erleichtern.

Auch existieren bereits viele Programme und Algorithmen, welche autonom Geld von Klientel investieren und verwalten, um den maximalen Gewinn zu erzielen und das ganz ohne einen persönlichen Berater zu konsultieren.
Beispiele finden sich hier: https://www2.deloitte.com/nl/nl/pages/financial-services/articles/5-blockchain-use-cases-in-financial-services.html und
https://de.wikipedia.org/wiki/Automatisierter_Handel
Damit geht jedoch ein Verlust von Arbeitsplätzen einher, da einige Arbeitsstellen redundant werden, was eine Gefahr für viele Arbeitnehmer darstellt.

Aber so schlimm ist es dann doch nicht

Natürlich sind einige Arbeitsplätze von der Digitalisierung stark bedroht, der Großteil aber bleibt relativ unberührt. Denn Roboter und Programme mögen kostengünstiger als Menschen sein, können ihn aber nie ganz ersetzen.
Zwischenmenschliche Beziehungen können nur zwischen zwei Menschen geführt werden und in der Pflege möchte keiner von einem stummen Roboter gewaschen werden. Auch möchte man bei wichtigen Themen und Besprechungen viel lieber mit den Personen direkt sprechen, als mit einem Bildschirm oder in Zukunft sogar einem Hologramm.

Viele Arbeitsplätze bleiben von der Digitalisierung und dem technischen Fortschritt unberührt, viele werden sich grundlegend zum Vorteil der Arbeitnehmer ändern und einige müssen am Ende dann doch Angst um ihren Job haben.

Nur die Zukunft kann wirklich sagen, wie der Arbeitsplatz in einigen Jahren aussehen wird, die Digitalisierung wird dabei jedoch eine signifikante Rolle spielen.

Quellen:
https://www.netzwelt.de/office-of-the-future/index.html#undefined
https://www.netzwelt.de/office-of-the-future/artikel.html#undefined
https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeit_4.0
https://www.cio.de/a/wie-wir-im-jahr-2030-arbeiten,3103921
https://www.cducsu.de/themen/wirtschaft-und-energie-haushalt-und-finanzen/chancen-und-risiken-der-digitalisierung
http://www.bildungsxperten.net/job-karriere/arbeit-im-digitalen-wandel-chancen-und-risiken/