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Sieh zu, YAHOO!

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Vor einigen Jahren war Yahoo ein Internet-Titan, ein Vorreiter – um nicht zu sagen – das wichtigste Internetunternehmen. Doch mittlerweile hat das US-amerikanische Unternehmen ein Identitätsproblem unter den Konsumenten. Was wird nun aus Yahoo?

Bevor wir auf diese Frage eingehen, schauen wir erst einmal auf die Geschichte des Unternehmens. 1994 von den beiden Stanford Studenten Jerry Yang und David Filo als „Jerry and David’s Guide to the World Wide Web“ gegründet, wurde es schnell zu einer der bekanntesten Seiten im Netz. 1996 benannten sie die Seite, die Webseiten nach Kategorien sortierte, in Yahoo um. Damals sortierten 20 Mitarbeiter Webadressen nach Kategorien und brachten somit Ordnung in das chaotische Web. In den späten 90ern startete Yahoo einen Mail Service, einen Chat, Gruppen, Spiele und eine Webseiten-Plattform. Nur bei der Einführung einer eigenen Suchmaschine scheiterte es. Im Jahr 2000 ließ es den bisherigen Suchmaschinenbetreiber Inktomi fallen und ging einen Deal mit Google ein, der 2004 wieder gekündigt wurde. 2003 übernahm Yahoo zwischenzeitlich schließlich wieder Inktomi und seit 2009 ist Yahoo zusätzlich in einer Such-Partnerschaft mit Microsoft.

Während Google sich auf die Suchmaschine fokussierte und dort zum klaren Marktführer wurde, schlug Yahoo einen anderen Weg ein und wollte zu einem vollwertigen Medienunternehmen werden. Ab 2005 hatte es einen Entertainmentbereich in Los Angeles aufgespannt, wozu Film- und Musikangebote, neben Informationen über Spiele, News, Sport und Finanzen gehörten. Doch Yahoo schaffte es nicht, sich genau zu definieren und somit zogen andere Unternehmen an ihm vorbei. Google kaufte die Medienplattform YouTube, die Leute schauen nun Filme auf Netflix und kommunizieren über soziale Netzwerke wie Facebook. Und Yahoo existiert irgendwie nur nebenbei und hat keine klare Unternehmensidentität.

Doch Yahoo hat trotz geringer Umsätze im Vergleich zur Konkurrenz nicht aufgegeben und sogar ein Übernahmeangebot von Microsoft im Jahr 2008 über 44 Milliarden US-Dollar abgelehnt. Das Unternehmen hat selbst in den vergangenen Jahren einige Unternehmen aufgekauft und hält beispielsweise 20% Anteile an dem chinesischen Online-Portalbetreiber Alibaba. Im Jahr 2012 verließ Marissa Mayer Google und übernahm die Leitung bei Yahoo, um den einstigen Vorreiter wieder auf die Spur zu bringen. Dafür kaufte das Unternehmen 2013 die Blog-Plattform Tumblr für geschätzte 990 Millionen US-Dollar auf. Des Weiteren legte Marissa Mayer Pläne vor, um mit „Digitalen Magazinen“ auf Smartphones und Tablets Geld zu verdienen, für die Videoplattform Yahoo Screen eigene Serien zu produzieren und den Fotodienst Flickr wieder auf Vordermann zu bringen. Zudem führte Yahoo dieses Jahr den sogenannten „Account Key“ ein, bei dem der Zugang zum Mail-Account künftig über das Smartphone verifiziert werden muss und die Eingabe des Passworts damit wegfällt.

Es bleibt abzuwarten, wie sich Yahoo unter der neuen CEO Marissa Mayer in den nächsten Jahren entwickelt und ob Yahoo viele alte und neue Konsumenten für ihre Dienste zurück- bzw. dazugewinnen kann. Wir sind gespannt!

Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie auf folgenden Seiten:

mercurynews.com

wired.com

t3n.de